Casual
Toolbox.dec, die zweite
Back to the Roots #12
von Jürgen "BoP 7/8" Wolf
13.12.2006

Habt ihr euch auch schon öfter die Frage gestellt, wie gut eigentlich Karten sind, die auf alle Spieler die gleiche Auswirkung haben, wie zum Beispiel Howling Mine? Man gibt eine Karte aus, um dem Gegner dasselbe zu gönnen, was man auch bekommt. Der Gegner bekommt die erste Extrakarte sogar selber. Eine weitere Frage, die sich stellt: Wie gut ist es, wenn der Gegner etwas mit seinen Lebenspunkten verhindern kann? In manchen Fällen wohl weniger gut (Breaking Point), in anderen Fällen schon ok (siehe Browbeat).

Wie sieht's nun aus, wenn eine Karte beides hat? Gut, wenn man weiß, wie man das Ganze zu seinen Gunsten wenden kann! Die Mine ist zum Beispiel in Stormbind- oder Owl-Decks nice, Book Burning kann was in einem schnellen Threshold-Deck, denn es ist gut, schneller Threshold zu bekommen, aber auch nicht schlecht, wenn der Gegner die Schaden nimmt.

Um euch nicht länger auf die Folter zu spannen: Die Karte, auf die ich hinaus will, ist Umbilicus. Es kann uns relativ egal sein, was der Gegner macht, und wir haben die guten Sachen im Deck, die eine „comes-into-play ability“ (CIP-Ability) haben. Eines gleich vorweg: Das Deck wird fünffarbig, also sind auch diverse Karten nötig, die ein paar Cent mehr kosten.

Umbilicus 187

Also zuallererst mal wieder die Karte die dem Deck seinen Namen und seinen Pfiff gibt. Im Upkeep zwei Leben zahlen oder ein Permanent zurücknehmen. Sicherlich ein Nachteil wenn man sie random in irgendeinem Deck spielt, aber wir legen ja natürlich das Deck drauf aus. Also wollen wir auch eine auf der Hand haben und spielen das gute Stück deswegen viermal.

Neben der Kreaturentoolbox will ich auch noch eine Enchantmentbox unterbringen, daher ist auch wieder mal Enlightened Tutor im Deck. Praktisch auch um Umbilicus zu finden, kommen (fast) immer gelegen, daher 3 Stück. Auf die Enchantment-/ Artifact-Toolbox gehe ich gleich ein, erstmal aber die Manafixer:

Im Kreaturenbereich ganz klar und ohne Frage 4 Birds of Paradise. Da das Deck eine Art 5-Color-Green wird, sind die Jungs unverzichtbar. Zusätzlich habe ich noch dreimal das Pentad Prism ins Deck gesteckt. Zum einen ist es Mana-Beschleunigung, zum anderen fixed man damit sein farbiges Mana. Außerdem ist das Ding mit Umbilicus auch im Lategame nochmal nutzbar, falls man auf einzelne Farben gescrewed sein sollte.

Mit Enlightened Tutor hat man Zugriff auf diverse silver bullets und nette Dinge mit CIP-Effekten, und außerdem natürlich die Option Umbilicus. Zuallererst kommt eine Karte in die Enchantment-Box, die helfen soll, die Kreaturen-Toolbox zugriffsfreundlicher zu gestalten: Survival of the Fittest. Mal einen unnötigen Bird gegen was besseres tauschen oder aber auch den guten Squee raussuchen und jede Runde was Feines auf die Hand nehmen klingt gut. Damit haben wir Zugriff auf alle Kreaturen, die jeweils benötigt werden.

Zugriff auf die Kreaturen bekommt man auch mit Hibernation's End. Ich weiß nicht sicher, ob sie es so richtig kann, aber die Karte ist mir in Coldsnap sofort aufgefallen, ich mag sie und wollte sie einfach mal zocken! Wenn der Friedhof mal zu voll ist (kreaturentechnisch), dann ist der Oversold Cemetary äußerst praktisch. Hat man mal zu viele Kreaturen im graveyard, bedient man sich einfach mal im Upkeep und holt eine auf die Hand zurück.

Was aber tun, wenn der gegnerische Ansturm zu stark wird, vor allem zu Beginn? Was tun, wenn sich im Multiplayer die Kreaturen stapeln? Ganz einfach: einen Tutor investieren und einen Wrath holen. Na gut… nicht ganz den Wrath, aber immerhin eine tutorbare Variante: Planar Collapse heißt die Lösung. Bleibt nur zu hoffen, dass keiner der Gegner einen Viridian Zealot hat.

Wenn man den Gegner nicht mit Kreaturen killen kann oder will, kann man ihn ja auch wunderbar decken. Jester's Scepter ist eine gute Option, die a) tutorbar ist, b) mit Umbilicus wiederverwendet werden kann, c) immun gegen Gaea's Blessing oder andere „Zurückshuffler“ ist und d) ja auch noch eine ursprüngliche Eigenschaft hat. Für drei Mana jede Runde fünf Karten wegzumillen ist fair.

Lästige Utiliy-Kreaturen und Schutz vor senfgelb-blähfarben kann man verläßlich mit der besten (einzigen guten?) Karte aus Homelands loswerden. Serrated Arrows kümmert sich um lästiges Kroppzeug und ist mit Umbilicus auch schnell wieder mit 3 frischen Countern aufgeladen. Nur, was tun, wenn man eine gegnerische Kreatur entsorgt hat, diese aber besser als alle eigenen ist und man sie unbedingt haben will? Einfach den Animate Dead suchen und sich die Kreatur holen. Und wenn mal was besseres da ist? Kein Problem. Animate Dead auf die Hand und nochmal gezockt – auch gut übrigens, um sich jede Runde aufs neue aus dem eigenen graveyard zu bedienen.

Nun weiter zur Kreaturentoolbox, und hier lassen sich zunächst mal die üblichen Verdächtigen finden:

Boneshredder, um Kreaturen abzurüsten.
Uktabi Orangutan gegen Artefakte.
Radiant's Dragoons als Lifegain.
Flametongue Kavu gegen alles, was mit dem Boneshredder nicht zu handeln sind – hier wäre auch der Firemaw Kavu eine Option, da er einmal 2 und einmal 4 Schaden macht, aber eigentlich sind die 6 Mana zuviel.
Man-o'-War für Kreaturenbounce.
Ravenous Rats für den Discard.
Monk Realist oder Ronom Unicorn, um Enchantments zu handlen.
Eternal Witness, um sich im Graveyard zu bedienen.
Avalanche Riders zum Länder entsorgen.
Und fehlen darf natürlich auch nicht: Squee, als Futter für das Survival.

Bei den Landsearchern habe ich mich für die Wood Elves entschieden. Das Deck ist ja mal eher grünlastig, daher sind sie gut geeignet, entsprechende Duals mit Grün rauszusuchen. Mit Umbilicus sollten sie recht schnell jedes Farbproblem beheben. Außerdem hab ich noch einen Yavimaya Granger reingepackt, um die Basics rauszupicken.

Für den Carddraw gab es mehrere Optionen. Wall of Blossom wäre eine gewesen, aber am Ende habe ich den Court Hussar genommen, da er einfach noch eine Auswahl zuläßt. Und da wir noch nicht genug Toolbox-Action haben, sind noch 3 Living Wish im Deck. Hiermit holt man sich Kreaturen, die ein wenig situationsbedingter sind, aus dem Sideboard:

Vedalken Plotter: Hat der Gegner ein Land, das man lieber selber hätte, anstatt es zu zerstören, kann der Plotter helfen. Auch bei eventuellen Farbproblemen ist es nicht übel, ein gegnerisches Multicolor-Land gegen einen eigenen Forest zu tauschen.

Orzhov Pontiff: Wenn der Gegner eine Herde kleiner Nervbatzen hat, entsorgt der Pontiff diese schnell und sauber.

Revenant Patriarch: Mit Umbilicus kann er dafür sorgen, dass der Gegner keine combat phase mehr bekommt.

Plaxmanta: Hat der Gegner viel nerviges Spotremoval, hilft dieser Geselle.

Duplicant: Wenn Boneshredder und Flametounge Kavu nichts ausrichten können, dann muß der große Bruder eingreifen.

Loaming Shaman: Falls es nötig ist, eigene oder gegnerische Karten im Graveyard in die Bibliothek zurückzubringen.

Highway Robber: Lifeloss beim Gegner – eigener Lifegain. Kann mal zum Finisher mutieren.

Academy Rector: Kann als Ersatz-Tutor dienen. Muss eben notfalls als Chumpblocker oder durch Boneshredder/ Kavu in Eigenregie entsorgt werden.

Indrik Stomphowler: Vereint Ronom Unicorn und Uktabi Orangutan in höheren Manabereichen – auch noch ein solider Body.

Withered Wretch: Um dauerhaft störende Karten in Graveyards zu handlen.

Vedalken Dismisser: Wenn mal genug Mana im Spiel ist, kann er gut den Man-o'-War ablösen.

Eternal Witness: Zu gut, um nur einmal mitspielen zu dürfen.

Genesis: Wenn alle anderen Stricke reißen, holt man sich damit nötiges aus dem Graveyard zurück.

Coiling Oracle: Kann was und gefällt mir, deswegen hab ich es mal ins Deck gesteckt.

City of Brass: Dank 3 Living Wish dreimal öfter die Option, einem Farbscrew zu entgehen.

Hier kann man natürlich auch noch nach Lust und Laune rumbasteln. Auf jeden Fall kann hier jeder seine Dwarven Ponies, Fyndhorn Brownies oder Wood Elementals reinpacken wie er will.

Die Länder:
Auf jeden Fall mal die restlichen 3 City of Brass ins Maindeck. 4 Gemstone Mine passen ebenfalls sehr gut rein, da sie 1. fünffarbig sind und 2. gut mit Umbilicus harmonieren. Da das Deck vor allem grünlastig ist, würde ich Duals mit grün vorziehen. In der Liste werde ich aufgrund der Verfügbarkeit mal mit Ravnica-Duals anstatt mit alten arbeiten, aber wer die alten Duals hat: immer rein damit. Füllt man den Rest sorgfältig mit basic land auf, siehts so aus:
 
lands (23):
3City of Brass
4Gemstone Mine
3Temple Garden
2Overgrown Tomb
1Stomping Ground
1Breeding Pool
5Forest
1Plains
1Swamp
1Island
1Mountain

creatures (17):
4Birds of Paradise
1Uktabi Orangutan
1Radiant's Dragoons
1Flametongue Kavu
1Man-o'-War
1Ravenous Rats
1Monk Realist
1Eternal Witness
1Avalanche Riders
1Squee, Goblin Nabob
1Wood Elves
1Court Hussar
1Yavimaya Granger
1Bone Shredder

spells (20):
4Umbilicus
3Enlightened Tutor
1Survival of the Fittest
1Hibernation's End
1Planar Collapse
1Jester's Scepter
1Serrated Arrows
1Animate Dead
3Pentad Prism
3Living Wish
1Oversold Cemetery

60 cards
lands (1):
1City of Brass

creatures (14):
1Vedalken Plotter
1Orzhov Pontiff
1Revenant Patriarch
1Plaxmanta
1Duplicant
1Loaming Shaman
1Highway Robber
1Academy Rector
1Indrik Stomphowler
1Withered Wretch
1Vedalken Dismisser
1Eternal Witness
1Genesis
1Coiling Oracle

 

Und damit möchte ich für heute schließen. Ich denke mit diesem Deck könnt Ihr euch eine Zeit beschäftigen. Leider war das heute nichts für die Budgetspieler, aber das nächste Mal gibt's dann unter anderem eine weitere kleine Toolbox, die sich mit Auren beschäftigt und um einige Euro billiger sein wird. Außerdem könnt Ihr ja auf Proxies zurückgreifen, wenn eure Spielrunde nichts dagegen hat.

Bis zum nächsten Mal,
Der BoP
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