Block Bloc(k) Party Teil 2 Decklisten für den neuen Block von Manuel Büschgens |
27.02.2007 |

4. Eingemachtes I – Vom Standard in den Block
Eigentlich läuft das ja umgekehrt. Mit Erscheinen eines neuen Blocks werden die Decks des vorangegangenen mit den neuen Karten ergänzt und wandeln sich so langsam zu Standardhaufen. Ravnica war der erste Block, bei dem das nicht passiert ist, ganz einfach deshalb, weil das Format Ravnica-Block nahezu nicht existent war (Dafür verfluche ich WotC noch immer!).
Nach Betrachtung des aktuellen Standard-Metagames fallen allerdings mehrere Listen auf, die einen enormen Anteil an Time Spiral beinhalten, und um die geht es in Folge. Ich präsentiere euch direkt die verblockte Liste und gebe dann meinen Senf dazu.
Bevor es nun ENDLICH losgeht, noch eine letzte Anmerkung von mir: Euch erwartet Masse statt Klasse. Alle diese Listen sind mehr oder weniger theoretischer Natur (denn irgendwo muß man anfangen). Falls also manche Card Choices nicht perfekt erscheinen, liegt das an mehreren Dingen: Experimentierfreude ist eine Möglichkeit; Ich-bin-nicht-der-beste-Deckbauer eine andere. Die Sideboards bieten in den meisten Fällen einen Überblick über Möglichkeiten in den entsprechenden Farben, denn ohne Metagame ist ein konkretes Sideboard eher unsinnig. Allerdings gibt es immer mal wieder ‚more-offs', dass sind dann Karten, die ich tendenziell wirklich im späteren Sideboard sehe.
Pickles
Der Spielplan sieht vor, mit Vesuavan Shapeshifter und Brine Elemental ein Lock aufzubauen, das den Gegner am enttappen hindert. Danach ist der Gewinn nur noch eine Frage der Zeit. Hierzu bedient man sich Teferis Hilfe, der in Kombination mit Mystical Teachings das Suchen des schlechteren Komboteils (Brine Elemental) ermöglicht; durch Teachings sind auch weitere Silver Bullets spielbar.
Man beachte, dass sowohl Teferi als auch der Shapeshifter im Block stark gehyped werden. Das bedeutet für mich zunächst, dass man die maximale Anzahl an Teferis spielen will, um den Legendenvorteil zu erringen. Zum anderen muß man sich bezogen auf den Shapeshifter darüber im klaren sein, dass es kein Vorteil sein muß, als erster Fathom Seer aufzumorphen. Zumindest nicht für einen selbst… Einige der one-offs sowie die Cancels sind eventuell nicht erforderlich oder zu teuer; Think Twice könnte man dann stattdessen spielen.
Dralnu du Louvre
Sideboard siehe Pickles.
Dralnu du Louvre überzeugt mich eigentlich schon im Standard nicht, da ich es als zu langsam und reaktiv ansehe. Im Block wird das durch teurere Counter nicht wirklich besser, allerdings ist der Block ja auch nicht Standard. Hätte ich nur diese Wahl, würde ich aber zu Pickles greifen.
Scryb & Force
Ganz recht… Plains. Die Frage, die sich stellt, ist: Spielt man weiter blau wie in Standard, sieht man sich nach einer neuen zweiten Farbe um oder legt man das Deck gar einfarbig an? Ein Tatsache ist, dass die acht Manabeschleuniger auf Beinen fehlen; dadurch sollte sich auch der Spielplan des Decks ändern. Die obige Liste stellt eine G/W-Variante dar, die als Midrange-Aggrodeck ohne Manabeschleunigung funktionieren könnte. Saffi und die Timbermare sind eine kleine Pseudo-Combo, der Scryb Ranger erzeugt mit letzterem weitere Synergie.
Hier noch eine traditionellere Variante mit blau. Da schafft vor allem das Body Double (entwickelt sich zu einer Lieblingskarte meinerseits) interessante Möglichkeiten mit Timbermare und Groundbreaker. Letzteren kann man trotz zweier Farben spielen, da die Manabasis doch sehr solide wirkt. (Ich sehe allerdings ein, dass es Probleme mit der Snake im Sideboard geben könnte). Wall of Roots scheint dem eher aggressiven Plan entgegenzuwirken, ist aber verfügbare Beschleunigung und hier besser als Prismatic Lens. Man könnte diese durch die Yavimaya Dryad ersetzen, allerdings klumpt die Manakurve dann bei 3 doch arg.
Blink
Ein „All-Creature-Deck“. Die Manabasis schmerzt beim Hinsehen und zeigt die Grenzen der Vielfarbigkeit auf. Sollte sich solch ein Deck (weiter)entwickeln, sollten Prismatic Lens und Search for Tomorrow zum Einsatz kommen. Wie im Standard wird hier versucht, mit Momentary Blink und Gating diverse Kreatureneffekte mehrfach zu nutzen. Leider gibt es keinen effizienten Tutor für Kreaturen, weshalb man unter realen Umständen nicht in der Lage sein wird, analog dem Standard-Deck one-offs zu spielen.
Natürlich würden sich in dieser roten Variante Bogardan Hellkites hervorragend im Deck machen. Zwischen Whelks, dem Kavu & Disintegrate kann man hier noch ein bisschen schieben, die hohen Kosten darf man aber nicht außer acht lassen.
Im Gegensatz zur grünen Variante liegt der Fokus hier noch ein bisschen stärker auf CiP-Triggern, zudem ermöglicht das Body Double die erneute Nutzung von Echo-Kreaturen, deren Kosten man im frühen Spiel so nicht zwingend bezahlen muß.
Haste-Kreaturen beschäftigen unser Gegenüber; Disintegrate stellt ordentliches Spotremoval zu Beginn (falls benötigt) und dient am Ende als Finisher.
Hier ist es nicht von Relevanz, aber als kleine Bonusinformation: Nach neuester Regelung kann man mit Momentary Blink Tokens nicht mehr vor der Zerstörung retten; durch das Blink sind Token nun nämlich dauerhaft entfernt.
Boros
Mit dem Deck sind viele Varianten möglich, irgendwie glaube ich aber trotzdem nicht, dass es erfolgreich gespielt werden kann. Warum das so ist, findet man zu Beginn dieses Machwerks. Nichtsdestotrotz sind Versionen mit mehr Burn oder teureren Kreaturen (Calciderm) denkbar. Monoweiß würde eine stabilere Manabasis, den Celestial Crusader und die Opal Guardian im Mainboard mitbringen. Sinew, Sidewinder und vielleicht sogar auch hier Necrotic Sliver könnten den Cautery Sliver stärken und das Extended-Boros mit Vindicate imitieren.
In der jetzigen Version versucht das Deck, mit Boom (und in einem merkwürdigen Paralleluniversum mit Bust) die Resourcenentwicklung des Gegners zu stören und im Zuge dessen das eigene Deck mit Flagstones weiter auszudünnen… Ja, nicht sehr wahrscheinlich. Mana Tithe anstelle der LD ist vielleicht einfach besser. Oder aber man spielt Avalanche Rider als LD auf Beinen.
5. 5. Eingemachtes II – Neukreationen
Die Prinzipien aus dem vorigen Abschnitt gelten hier verstärkt: nun wird ins Blaue geschossen und diverse Decks präsentiert. Jeweils im Anschluß wieder ein paar Kommentare.
Sliver
Die aggressive Variante in B/W/R. Bisherige Varianten mit G/R/b ermöglichen zwar die gefestigtere Manabasis, Cautery, Sinew und Necrotic Sliver geben aber eine andere Marschrichtung vor. Der Spielplan erscheint relativ klar und kann sich mehr oder weniger an die unterschiedlichsten Situationen anpassen. Entweder hat man den aggressiven Start und brennt den Gegner dann aus; sollte dies nicht der Fall sein, bringen Sedge und Necrotic Sliver noch genug staying power für das spätere Spiel mit. Phyrexian Totem ist als kleine Versicherung nach der Damnation gedacht, kann aber gegen weiteren Burn oder zusätzliche Sliver getauscht werden. Urborg ist einfach ein besserer Swamp und man freut sich, wenn er mit Sedge Sliver zusammen auftaucht.
Das Sideboard bietet mit Mindstab und Stupor Waffen gegen Kontrolle; die Curse of the Cabal betrachten wir eher kritisch. Der Rest dient dem weiteren Beseitigen von Kreaturen.
Für alle Sliver-Decks gilt: Vorsicht for dem Plague Sliver!
Jaaa, 12 Karten für 4 Mana! Dafür zocken wir aber auch 16 Manabeschleuniger… Und ja, schon wieder ein Deck mit nahezu ausschließlich Kreaturen. Ziel sollte es sein, mit Beschleunigung ab Runde 3 Sliver auszuspielen und im besten Fall recht früh den Gegner mit Telekinetic Sliver in ein Soft-Lock zu setzen. Angreifen ist nicht wichtig, im weiteren Verlauf hat das Deck theoretisch mehrere Möglichkeiten, das Spiel zu entscheiden:
Welcher Weg der beste ist und ob man alle diese Möglichkeiten wirklich braucht, wird sich erweisen. Noch ein kurzes Wort zum Watcher Sliver: Ganz zu Beginn dieses Pamphlets wurde bereits erwähnt, dass ein Großteil des Kreaturen-Removals im Block Toughness-basiert ist. Da uns in diesem Konzept die Aggressivität des Sinew Sliver eher unwichtig ist und wir mit 2 Mana immer Linse, Mauer oder Gemhide Sliver legen wollen und er nur +1 auf die Widerstandskraft bringt, scheint der Watcher die bessere Wahl zu sein, zumal die auch im Mirror gilt.
Die Voidstone Gargoyles im Sideboard sind als schlechte Tech gegen Plague Sliver gedacht (Saltblast geht da natürlich auch), die zusätzlich noch in der theoretischen Lage wäre, gegen bestimmte Decks wichtige Schlüsselkarten zu bannen.
Mono Black Aggro
Ein Black Beats mit leichtem Hang zum Suizid… Viel mehr kann man über das Deck nicht sagen. Außer, dass Dash Hopes natürlich fragwürdig ist. Aber der Versuch ist es wert, irgendwann müssen solche Karten doch mal spielbar werden. Nach Massenvernichtung kann sich das Deck durch Pit Keeper oder Totem erholen; Keeper holt auch Twisted Abomination wieder. Vom Aggressionsverhalten ist das Deck den monoweißen und weißroten Decks sicherlich überlegen, dafür aber noch ein bisschen stumpfer.
Rack Discard
Hier mal ein anderes Extrem, ein möglicher Kontrollkiller. Sollten sich herausstellen, dass entsprechende langsamere Decks wirklich stark sind, kann solch ein Haufen die Antwort darauf sein. Mit acht Charms treibe ich es natürlich auf die Spitze. Die Expanses sind in dem Deck etwas unglücklich, da man hier durchaus mehrere Sprüche im ersten Zug sprechen oder suspendieren möchte. Möglich ist auch eine flexiblere Variante, die den Discard zugunsten von Burn und mehr Card Draw reduziert und mit Rot-Splash zweieinhalb-farbig spielt. Dazu sind der Shadow Guildmage, Sol'Kanar the Swamp King und der Looter il-Kor mit an Bord.
Das kurzzeitig aufgeflackerte Pox Rack-Deck im Standard wäre natürlich ebenfalls im Block möglich; dann wahrscheinlich mit Weiß als Zweitfarbe für die Synergie mit Smallpox und den Flagstones. Da Weiß sonst allerdings nicht viel zu bieten hat, kann man aber auch über Rot und Void nachdenken – dann ist man Verzauberungen allerdings schutzlos ausgeliefert, wenn sie es ins Spiel schaffen.
Reanimator-Ansatz
Der Kern eines Reanimator-Decks… Sehr langsam, aber durchaus redundant. Über Looter, Magus und Consideration werden Karten gezogen und hoffentlich Fatties in den Friedhof gelegt. In diesem Fall in erster Instanz die klassische Akroma sowie Intet, der zudem Kartenvorteil verspricht, wenn er nicht beseitigt wird. Natürlich können die Reanimationsziele auf das jeweilige Metagame angepasst werden; Teneb, the Harvester ist grundsätzlich auch interessant. Netterweise sorgen die Abominations zu Beginn für Sümpfe und stellen später durch Reanimation oder Friedhofskopie einen potenten Finisher.
W/U Control
Mit Sicherheit kann man auch hier wieder irgendwas mit Teferi, Shapeshifter und Konsorten machen, wollte ich aber nicht. Im Übrigen habe ich keine Ahnung, ob es schon jemals ein U/W mit so minderwertigem Mass-Removal gegeben hat. Ist aber alles relativ. Wie auch immer versucht man, sich ins späte Spiel zu manövrieren, um dort auf unterschiedliche Art und Weise zu gewinnen. Die Triskelavus-Kombo kennen wir aus dem Standard, Serrated Arrows funktionieren ebenfalls hervorragend mit den Ruinen. Mindless Automaton ist ein weiterer Liebling meinerseits; zudem kann man auch hier mit den Ruinen arbeiten. Eigentlich würde ich aber wohl einfach das vierte Think Twice spielen.
B/G/r Kontrolle
Ein klassisches Kontrolldeck ohne Counter. Mit den drei Farben können sämtlich Permanents gehandhabt werden (Verzauberungen allerdings erst nach dem Boarden), ansonsten gibt es Card Draw und ein paar dicke Viecher.
G/R „Goodstuff“-Control
Einfach die guten grünen und roten Karten zusammenwerfen und fertig ist der Kontrollhaufen. Die Jolrael-Blast-Kombo habe ich hier mal eingebaut, Jedit, Torchling und Wurmcalling sind Experimente. Das Deck hat noch wahnsinnig viele weitere Optionen: Akroma rot, Gargadon, Jaya Ballard, Minimal-Splash in einer dritten Farbe etc.
So, das war's. Oder auch nicht, denn abgesehen von den Unzulänglichkeiten der abgebildeten Listen ist das Ende erst der Anfang. Testen, testen, testen, damit man dann im Mai in Strassbourg ordentlich versagen kann… Jedem, der durchgehalten hat, zolle ich meinen Respekt. Wie vielleicht aufgefallen ist, hätte ich noch dutzende weitere Decklisten aufführen können, aber irgendwann muß man ja auch mal aufhören.
Umso mehr bin ich gespannt, wie sich das Format entwickelt. In einem meiner nächsten Artikel werde ich mit Sicherheit nochmals auf das Thema eingehen und es würde mich sehr freuen, wenn ihr das auch tut… in Form von Kritik, weiteren Deckideen oder was auch sonst euch so einfällt.
Be creative!
In diesem Sinne…
Manuel
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