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Cranial Insertion: Warten auf Avacyn
von Carsten Haese
23.04.2012


[Cranial Insertion ist die am längsten bestehende Regelfragenkolumne der Welt. Das englische Original gibt es seit 2005, seit 2012 auf einer eigenen Seite. Die folgende Übersetzung stammt von Richard Jana.]


Seid gegrüßt und willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Cranial Insertion! Wie ihr wahrscheinlich wisst, sind es nur noch ein paar Tage bis zum Prerelease von Avacyns Rückkehr. Bald werden wir herausfinden, was sich im Höllenkerker befindet, und ich für meinen Teil kann es kaum erwarten mit den neuen Karten zu spielen und mit euch über all die leckeren Regelfragen zu sprechen, die mit Sicherheit folgen werden.



Geduldet euch, Freunde, Avacyn kommt!

Bis dahin haben wir genügend bereits existierende Karten, über die wir reden können, dank dem nie endenden Strom an Regelfragen, der uns von unseren treuen Lesern erreicht. Wenn ihr Fragen zu Avacyns Rückkehr oder irgendetwas anderem habt – ja, sogar zu Heimatländer –, dann sendet sie bitte (in Englisch) an uns. Dazu könnt ihr den praktischen E-Mail-Button benutzen, direkt eine Mail an moko@cranialinsertion.com schicken oder @CranialTweet einen Tweet senden. Ihr werdet wie immer eine direkte Antwort von einem unserer Autoren erhalten und vielleicht taucht die Frage in einer zukünftigen Ausgabe auf.


Frage: In einer der letzten Ausgaben hast du erwähnt, dass alle zum Opfern ausgewählten Karten unter die Bibliothek gehen, wenn ein Sonne-und-Mond-Rad (Wheel of Sun and Moon) gleichzeitig mit anderen bleibenden Karten geopfert wird. Ich dachte, wenn ein Sonne-und-Mond-Rad naturalisiert (Naturalize) wird, dass es dann auf den Friedhof gelegt wird. Wo ist denn da der Unterschied?

Antwort: Da gibt es keinen Unterschied, vorausgesetzt das Rad verzaubert seinen Besitzer. Das Rad ist immer noch da, wenn das Spiel ermittelt, wohin es geht, wenn es zerstört wird, also wandert es unter die Bibliothek seines Besitzers. Die Antwort ändert sich, wenn das Rad jemand anderen als seinen Besitzer verzaubert. In diesem Fall wirkt der Ersatzeffekt des Rades nicht auf sich selbst, also wird es einfach auf den Friedhof seines Besitzers gelegt.


Frage: Ich aktiviere die Fähigkeit vom Steinhauenden Riesen (Stonehewer Giant), und wenn diese verrechnet wird, hole ich mir ein paar schicke, aber erschwingliche Flinkfuß-Stiefel (Swiftfoot Boots), um sie dem Riesen anzuziehen. Mein Gegner mag meinen Mode-Geschmack nicht und möchte etwas dagegen tun, dass der Riese sich die Stiefel anzieht. Kann er auf den Riesen zielen, nachdem er die Schuhauswahl gesehen hat, aber bevor der Riese sich diese anzieht?

Antwort: Nein. Die Bibliothek zu durchsuchen, die Ausrüstung ins Spiel zu bringen, sie einer von dir kontrollierten Kreatur anzulegen und dann die Bibliothek zu mischen, ist alles Teil der Verrechnung einer großen Fähigkeit und kein Spieler kann zwischendurch eingreifen. Dein Gegner kann zwar antworten, bevor das alles passiert, aber er wird weder genau wissen, wonach du suchst noch an welche Kreatur du die Ausrüstung anlegen möchtest. Das ist in den meisten Fällen also nicht furchtbar nützlich.


Frage: Ist das Bezahlen für Elesh Norns Annex (Norn's Annex) eine aktivierte Fähigkeit? Hindert der Phyrexianische Nichtigmacher (Phyrexian Revoker) einen Spieler daran, diese Kosten zu bezahlen?


Antwort: Nein. Der Annex verlangt einfach Angriffskosten, die als Teil der Angreifer-Deklaration bezahlt werden müssen. Aktivierte Fähigkeiten werden immer als „[Kosten]: [Effekt]“ geschrieben, mit einem Doppelpunkt, der die Aktivierungskosten vom Effekt trennt.


Frage: Ich benutze Gideon Juras +2-Fähikeit und danach spielt mein Gegner eine eilige Kreatur und animiert ein Ändergewölbe (Mutavault). Müssen diese Kreaturen auch Gideon angreifen?

Antwort: Jep. Die Verrechnung von Gideons Fähigkeit erzeugt einen Effekt, der im Wesentlichen die Regeln des Spiels für den nächsten gegnerischen Zug ändert. Als solches betrifft der Effekt auch Kreaturen, die zum Zeitpunkt der Verrechnung noch nicht im Spiel oder einfach noch keine Kreaturen waren. Alles, was eine Kreatur ist und angreifen kann, muss Gideon angreifen, also auch neu ausgespielte Kreaturen und frisch animierte Länder.


Frage: Was passiert, wenn ich Gideon Jura animiere und ihn dann mit Ruf der Verwandtschaft (Call to the Kindred) verzaubere?

Antwort: Nichts Aufregendes, fürchte ich. Am Ende deines Zuges hört Gideon auf, eine Kreatur zu sein und ist dann nur noch ein Planeswalker. Ruf der Verwandtschaft merkt das, sagt: „Igitt, du bist keine Kreatur!“ und geht schnurstracks in den Friedhof, lange bevor die Fähigkeit in deinem Versorgungssegment ausgelöst werden könnte.


Frage: Was passiert, wenn ich einen Spielstein ins Mythische abdrehe (Spin into Myth)? Hört der Spielstein auf zu existieren, bevor ich zweimal Schicksal besiegele, oder mache ich Schicksal besiegeln mit dem Spielstein und der nächsten Karte?

Antwort: Weder noch. Ein Spielstein, der das Spiel verlassen hat, hört auf zu existieren, wenn das nächste mal automatische Spielstatusaktionen durchgeführt werden, aber das passiert erst, wenn Ins Mythische abdrehen fertig verrechnet ist. In der Zwischenzeit landet der Spielstein in der Bibliothek und versucht, unauffällig auszusehen. Ins Mythische abdrehen weist dich an, dir die obersten beiden Karten anzusehen, und der Spielstein ist keine Karte, folglich wird er beim Schicksal besiegeln schlicht ignoriert.


Frage: Was ist der Sinn von „Flimmer“-Effekten, wie etwa bei Kurzzeitigem Flimmern (Momentary Blink)?

Antwort: Das ist eigentlich mehr eine Strategiefrage, aber wenn ich ganz genau hinsehe, entdecke ich ein kleines bisschen Regelfrage. Kurzzeitiges Flimmern macht, je nachdem wie man zählt, zwei oder drei Sachen. Zuerst sorgt es dafür, dass die Zielkreatur das Spiel verlässt. Als Zweites wird eine täuschend ähnlich aussehende Kreatur ins Spiel gebracht. Und drittens kommt die Kreatur als völlig neues Objekt ins Spiel, ohne Zusammenhang zur alten Kreatur.

Der erste Aspekt kann nützlich sein, wenn die Kreatur eine nette Spiel-verlassen-Fähigkeit besitzt. Der zweite Aspekt erlaubt dir, eine Spiel-betreten-Fähigkeit erneut auszunutzen. Der dritte Aspekt sorgt dafür, dass du gezielten Sprüchen und Fähigkeiten ausweichen kannst, indem du deren Ziel entfernst, und außerdem kann man so auch unliebsame Auren und Marken loswerden. Die Möglichkeiten sind schier endlos!


Frage: Ich habe eine Frage zu meinem Commander-Deck mit Karador (Karador, Ghost Chieftain) als Kommandeur. Wenn ich Karadors Fähigkeit benutze, um eine Kreatur aus dem Friedhof zu spielen, Karador opfere und wieder ausspiele, kann ich dann in diesem Zug eine weitere Kreatur aus meinem Friedhof spielen?


Antwort: Klar, das geht. Der neue Karador ist ein neues Objekt und er gibt dir eine neue Erlaubnis, eine andere Kreaturenkarte aus deinem Friedhof zu wirken.


Frage: Sagen wir mal, sowohl mein Gegner als auch ich stehen bei 20 Lebenspunkten. Ich wirke Transzendenz (Transcendence) und als Antwort auf die ausgelöste Fähigkeit verschenke ich die Karte mit Zedruu der Großherzigen (Zedruu the Greathearted). Führt der Beherrscherwechsel dazu, dass die Fähigkeit von Transzendenz sofort wieder für meinen Gegner ausgelöst wird, sodass er das Spiel verliert?

Antwort: Unglücklicherweise wird die Fähigkeit nicht sofort für deinen Gegner ausgelöst. Spielstatus-ausgelöste Fähigkeiten werden nicht ausgelöst, wenn sich bereits eine Instanz der Fähigkeit auf dem Stapel befindet oder darauf wartet, auf den Stapel gelegt zu werden. Obwohl Transzendenz die Kontrolle wechselt, ist es immer noch dasselbe Objekt mit denselben Fähigkeiten, entsprechend erkennt es die Fähigkeit auf dem Stapel als seine eigene, was die Fähigkeit daran hindert, ausgelöst zu werden, bis diese Instanz den Stapel verlassen hat. Um deinen bösen Plan zu vollenden, brauchst du etwas, das die Fähigkeit vom Stapel entfernt, ohne dass sie verrechnet wird, also zum Beispiel Abwürgen (Stifle) oder die Sonnenuhr der Unendlichkeit (Sundial of the Infinite).


Frage: Wenn ich einen epischen Spruch, zum Beispiel Unendliche Qualen (Neverending Torment) mit etwas wie Uyo (Uyo, Silent Prophet) kopiere, bekomme ich dann in jedem meiner Versorgungssegmente zwei Kopien von diesem Spruch?

Antwort: Sicher, das klappt. Sowohl das Original als auch die Uyo-Kopie haben die Episch-Fähigkeit, also werden beide in deinem Versorgungssegment Kopien hervorbringen. Weil diese Kopien nicht gewirkt werden, wird das auch nicht durch den Effekt von Episch behindert, der es dir verbietet, Sprüche zu wirken.


Frage: Ich bin dabei, ein Commander-Deck mit dem Kraj-Experiment (Experiment Kraj) zu bauen, und ich frage mich, was passiert, wenn ich einen Ruchlosen Unterdrücker (Callous Oppressor) mit einer +1/+1-Marke kontrolliere. Kann das Kraj-Experiment Kreaturen von jedem Typ stehlen oder schaut es zurück darauf, welcher Kreaturentyp für den originalen Unterdrücker bestimmt wurde?

Antwort: Leider ist die korrekte Antwort: weder noch. Das Experiment weiß nichts von einer Wahl, die für die aktivierte Fähigkeit getroffen wurde, somit ist die Wahl undefiniert. Wenn sich eine Fähigkeit auf eine undefinierte Wahl bezieht, dann tut dieser Teil der Fähigkeit nichts. In diesem Fall ist die Wahl notwendig dafür, um zu ermitteln, welche Kreaturen du als Ziel der Fähigkeit wählen darfst, aber weil die Fähigkeit dir nicht sagen kann, welche Ziele legal sind, kannst du die Fähigkeit gar nicht aktivieren.


Frage: Kann Listiger Wunsch (Cunning Wish) Karten aus dem Exil zurückholen?


Antwort: Nein. Wünsche waren mal in der Lage, Karten zurückzuholen die „ganz aus dem Spiel entfernt“ wurden, aber die Einführung der Exil-Zone hat diese Interaktion geändert. Das Exil ist Bestandteil des Spiels, also sind Karten im Exil nicht „außerhalb des Spiels.“


Frage: Wenn mein Kommandeur in meine Bibliothek gesteckt wurde und mein Gegner den Griff der Prätorin (Praetor's Grasp) auf mich spielt, wie kann ich dann feststellen, ob er meinen Kommandeur genommen hat?

Antwort: Das ist einfach: Die Regeln verlangen tatsächlich von ihm, dass er es dir sagt! Da er die Karte ansehen darf, muss er sie ansehen, und wenn es dein Kommandeur ist, dann muss er ihn in die Kommandozone legen. Natürlich kann er sich dazu entscheiden zu betrügen und deinen Kommandeur trotzdem verdeckt ins Exil legen. Aber dieser Schwindel würde früher oder später sowieso auffliegen, was wahrscheinlich dazu führt, dass er mit Kissen beworfen und aus eurer Spielrunde verbannt wird.


Frage: Ich kontrolliere einen Schafhirten aus Gatztow (Gatstaf Shepherd) und mein Gegner kontrolliert einen Jagdmeister vom Kahlenberg (Huntmaster of the Fells). Mein Gegner ist am Zug und er entschließt sich dazu, den Zug abzugeben, ohne irgendwelche Sprüche zu wirken. Er behauptet, dass sein Jagdmeister sich zuerst in den Verwüster vom Kahlenberg (Ravager of the Fells) verwandelt und dass er meinen Schafhirten töten kann, bevor dieser sich in den Heuler von Gatztow (Gatstaf Howler) verwandelt. Stimmt das?

Antwort: Ich fürchte, ja. Jeder Werwolf hat seine eigene ausgelöste Fähigkeit zum Transformieren und diese Fähigkeiten werden einzeln auf den Stapel gelegt und verrechnet. Da mehrere ausgelöste Fähigkeiten gleichzeitig auf den Stapel gelegt werden wollen, sagt uns die ASNAS-Regel, was zu tun ist: Zuerst legt der aktive Spieler seine ausgelösten Fähigkeiten in der Reihenfolge auf den Stapel, wie er will. Das ist die Fähigkeit, die den Schafhirten transformieren will. Dann macht der nicht-aktive Spieler das Gleiche mit seinen ausgelösten Fähigkeiten. Das ist die Fähigkeit, die den Jagdmeister transformiert. Da die Objekte auf dem Stapel nach dem LIFO-Prinzip (Abkürzung für „last-in-first-out“, „Letzer-rein-Erster-raus“) verrechnet werden, wird seine ausgelöste Fähigkeit also zuerst verrechnet. Dadurch wird die Schadenschießfähigkeit des Verwüsters ausgelöst und diese geht über die Schafhirten-Transformationsfähigkeit auf den Stapel.


Frage: Mein Gegner hat mich mit einem Fluch des Echos (Curse of Echoes) verzaubert und wirkt ein Glücksrad (Wheel of Fortune). Wenn ich mit Abkupfern (Plagiarize) reagiere, dann gibt der Fluch ihm eine Kopie vom Abkupfern, aber was passiert dann?

Antwort: Im Wesentlichen passiert nichts, aber auf ziemlich umständliche Weise. Jedes Abkupfern erzeugt einen Ersatzeffekt, der aus deinen Kartenzieh-Ereignissen seine macht, und umgekehrt. Wenn das Glücksrad dich anweist, Karten zu ziehen, dann macht sein Abkupfern daraus gezogene Karten für ihn, die wiederum in Karten für dich umgewandelt werden. Und wenn das Glücksrad ihn anweist, zu ziehen, dann macht dein Abkupfern daraus Karten für dich, die dann wiederum in Karten für ihn umgewandelt werden. Im Endeffekt zieht also jeder die Karten, die er sowieso von Anfang an gezogen hätte.


Frage: Mein Gegner kontrolliert einen Grabes-Titan (Grave Titan), gibt ihm Trampelfähigkeit und greift an. Ich blocke mit einer Kreatur, die eine Widerstandskraft von sechs hat. Wie viel Schaden nehme ich?

Antwort: Alles zwischen null und fünf ist legal, also wahrscheinlich fünf. Der Titan hat Todesberührung und deshalb ist jeder von null verschiedene Schaden von ihm als tödlich anzusehen. Das bedeutet, dass der Gegner deinem Blocker bloß einen Schadenspunkt zuweisen muss, und den Rest kann er dann dir zuweisen.


Frage: Mein Gegner sagt an, dass er einen Blitzschlag (Lightning Bolt) auf meinen Planeswalker spricht. Wenn ich mit Schild des Glaubens (Faith's Shield) auf den Planeswalker antworte, während ich mehr als fünf Lebenspunkte habe, und Rot benenne, was passiert dann?


Antwort: Die Ansage deines Gegners ist eigentlich eine Abkürzung dafür, dich als Ziel für den Blitz zu wählen und den Schaden während der Verrechnung auf den Planeswalker umzulenken. Da der Planeswalker zu diesem Zeitpunkt Schutz vor Rot hat, wird dein Gegner den Schaden wohl nicht mehr umlenken wollen. Da du seine Abkürzung unterbrochen hast, darf er sich umentscheiden, also wird der Blitz sehr wahrscheinlich in deinem Gesicht einschlagen.


Frage: Ich habe eine Frage zu der Regeländerung, dass ich auf wettbewerbsorientierten Turnieren nicht mehr für die ausgelösten Fähigkeiten meiner Gegner verantwortlich bin. Sagen wir, mein Gegner klaut meinen Beutegreifenden Schlamm (Predator Ooze) mit einer Verräterischen Tat (Act of Treason) und greift an, aber er vergisst, eine +1/+1-Marke auf den Schlamm zu legen. Kann ich bis nach der Schadenszuweisung warten und dann einen Judge rufen, damit ich weniger Leben verliere, später aber trotzdem eine größere Kreatur zurückbekomme?

Antwort: Ja, das ist auf wettbewerbsorientierten Turnieren legal, zumindest vorerst. Die neue Philosophie zu ausgelösten Fähigkeiten basiert auf zwei grundlegenden Anliegen: Spieler sind nicht dazu verpflichtet, auf ausgelöste Fähigkeiten ihrer Gegner hinzuweisen, aber Spieler haben das Recht, die ausgelösten Fähigkeiten verrechnen zu lassen, wenn sie früh genug darauf hinweisen. Der Umstand, dass dies in eng begrenzten Situationen wie dieser hier zu einem Vorteil kombiniert werden kann, ist im Wesentlichen Kollateralschaden, der hingenommen wird, weil dadurch die praktische Umsetzung von ausgelösten Fähigkeiten insgesamt verbessert wird. Falls sich das als zu ausnutzbar herausstellen sollte, dann werden die hochstufigen Schiedsrichter sich zusammensetzen und an den Richtlinien feilen, um ein Austricksen der Regeln zu unterbinden. In der Praxis wird das aber wahrscheinlich kein großes Problem werden, da deine Gegner dieses Schlupfloch recht einfach schließen können, nämlich indem sie ihre ausgelösten Fähigkeiten gar nicht erst vergessen!


Frage: Ich spiele in einem wettbewerbsorientierten Turnier und mein Gegner schlägt mich mit einer Kreatur, die mit einem Schwert aus Schmaus und Hunger (Sword of Feast and Famine) ausgerüstet ist. Er enttappt seine Länder, vergisst aber, mich eine Karte abwerfen zu lassen. Muss ich ihn daran erinnern, dass ich noch abwerfen muss?


Antwort: Ja, musst du. Enttappen und abwerfen sind beides Teile derselben ausgelösten Fähigkeit. Du darfst zwar zulassen, dass dein Gegner ausgelöste Fähigkeiten unter seiner Kontrolle vergisst, aber da dein Gegner einen Teil der Fähigkeit verrechnet hat, hat er sie offensichtlich nicht vergessen. Sobald er anfängt, einen Teil zu verrechnen, greift die übliche geteilte Verantwortung, wonach ihr beide ein korrektes Spiel sicherstellen müsst, und absichtlich zuzulassen, dass dein Gegner falsch spielt, ist eine Sehr Schlimme Sache.


Frage: Jetzt da mir die Magic-Turnierregeln gestatten, Oracle-Texte auf meinem Smartphone nachzuschlagen, darf ich auch andere Sachen nachschlagen, wie etwa die Hinweise bei „Rulings“, vorausgesetzt mein Gegner sieht, was ich mache?

Antwort: Nein, das ist nicht gestattet. Oracle-Texte sind in Ordnung, weil sie mit Sicherheit keine strategischen Hinweise enthalten. Alle anderen Quellen können jedoch möglicherweise strategische Hinweise enthalten, also darfst du keine anderen Quellen einsehen. Das Archiv der Schiedsrichter-Mailingliste und Cranial Insertion sind zwar wundervolle Ressourcen für Spiele am Küchentisch, aber wenn du eine Entscheidung während eines sanktionierten Turnieres benötigst, dann solltest du wirklich besser einen Judge rufen.


Und damit kommt die heutige Ausgabe zu einem Ende. Bitte kommt nächste Woche wieder, wenn Eli seine ganz besondere Ausgabe zum Prerelease von Avacyns Rückkehr präsentiert. Was macht diese Ausgabe so besonders, abgesehen davon, dass sie von Avacyns Rückkehr handelt? Wird es ein Happy End geben? Wird gesungen und getanzt? Ich weiß es auch nicht, also kommt nächste Woche wieder – dann finden wir es gemeinsam heraus!

– Carsten Haese




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